Die Mitarbeiter und ihre Ich-Zustände
Nun gibt es bei diesen Einzelgesprächen jedoch nicht nur Themen, die wichtig sind und auf die man sich einstellen sollte, sondern auch Typen. Ich spreche bewusst von Typen, denn wenn auch jeder Mitarbeiter ein Individuum und als solches einzigartig ist, so gibt es doch bestimmte Verhaltensweisen und Kommunikationsstile, die immer wieder ähnlich auftauchen und die man cum grano salis typisieren kann.
Vielleicht treffen Sie bei Ihrem ersten Gespräch auf jemanden, der das Gespräch folgendermaßen eröffnet: „Wie gut, dass jetzt endlich ein neuer Chef kommt. Hier liegt ja seit einer ganzen Weile so ziemlich alles im argen. Wenn ich Ihnen jetzt gerade aus dem Stand aufzählen wollte, was bei uns in letzter Zeit alles schiefgelaufen ist, säßen wir heute Abend noch hier! Vor allen Dingen im ... müsste dringend etwas getan werden, und auch bei ... müsste einiges unternommen werden!“ Auch der Tonfall, in dem dies vorgetragen wird, macht Ihnen klar, dass Sie sich das Ausmaß des Jammers in dieser Abteilung gar nicht groß genug vorstellen können. Auf die Frage, wo der Mitarbeiter seinen Aufgabenbereich sieht, erhalten Sie zur Antwort, was man ihm bisher alles an Arbeiten zugewiesen hat, und auf die Frage nach seinen Zielen erfolgt nur neuerliches Gejammer, so dass Ihnen sehr schnell klar wird, dass Eigeninitiative bei diesem Mitarbeiter nicht zu den deutlich ausgeprägten Stärken zählt. Aber immerhin scheint er fügsam und willig, was man von Ihrem nächsten Gesprächspartner nicht behaupten kann.
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