Interview mit Herrn Truffner, Thema: Führungskraft als Coach

Hallo Herr Truffner, sagen Sie doch ein paar Takte zu sich.

Mein Name ist Michael Truffner, ich bin 41 Jahre alt und ich wohne mit meiner Familie in Rottenburg am Neckar. Zu meinen privaten Interessen gehören Fußball und Musik. Darüber hinaus bin ich ein großer Fan von Italien, denn meine Frau stammt aus Milazzo – das ist in Sizilien. Daher beginnt ein perfekter Urlaubstag für mich mit einer Granita di Cafe an der Uferpromenade von Milazzo.

Als Personalmanager bei Daimler müssen Sie sich jeden Tag anderen Herausforderungen stellen. Welche sind das?

Zu meinen Aufgaben gehören zum Beispiel das Führen von Auswahlgesprächen oder Mitarbeitergesprächen und das Erheben von Mitarbeiterpotenzialen Ich bin außerdem die Schnittstelle zwischen Führungskräften und deren Mitarbeiter. Das heißt, ich unterstütze bei Konfliktgesprächen oder Gesprächen, die das Ziel haben, Veränderungen herbeizuführen. Zusammengefasst heißt das, dass ich im Grunde für alle kommunikationsintensiven Themen des Personalmanagements zuständig bin.

Nach dem Studium und in den ersten Berufsjahren bei Daimler haben Sie bestimmte Kompetenzen bei sich entwickelt. Schildern Sie kurz, welche dies sind.

Zum einen habe ich den sehr großen Bereich der zwischenmenschlichen Kommunikation mit all seinen Ausprägungen sehr intensiv kennengelernt. Außerdem habe ich mich in die  wesentlichen Grundlagen der Psychologie eingearbeitet. Dazu gehören zum Beispiel die Bereiche Konfliktmanagement oder Change Management - oder der  Umgang mit Menschen unterschiedlichster Herkunft, Lebensgeschichte und Ansprüchen gegenüber ihrer Arbeit. Nicht zuletzt sind es die Fragen des Diversitymanagements. Das ist der Bereich, der sich zum Beispiel mit den unterschiedlichen Altersstrukturen und Geschlechtern, Integration und Migration und dem allgemeinen Gleichstellungsgesetz beschäftigt.

Während ihrer Zeit als Führungskraft ist für Sie das Thema "Führungskraft als Coach" immer wichtiger geworden – wie kam es dazu?

Ich habe festgestellt, dass ich zu all den Themen, mit denen ich täglich im Berufsalltag zu tun habe, nur wenig während des Studiums erfahren konnte und ich mir vieles selbst aneignen musste. Deshalb habe ich damit begonnen, mich intensiv mit dem Thema professionelles Coaching zu beschäftigen.

Um sich mit dem Thema Coaching zu beschäftigen gibt es viele Möglichkeiten,  die der  Seminarmarkt bereithält. Es gibt kürzere, günstigere und weniger anspruchsvolle Ausbildungen zum Coach. Wieso gerade eine so zeitlich intensive und anspruchsvolle Ausbildung?

Diese Frage ist ganz einfach zu beantworten: Um nachhaltigen Erfolg in einer Sache zu haben, empfiehlt es sich, zu den Besten zu gehen. Zu den Besten gehören meiner Ansicht nach die Fortbildungsinstitute, die sich durch zahlreiche Fachpublikationen und einer entsprechenden Reputation am Seminarmarkt etabliert haben.

Inwiefern kann eine Führungskraft als Coach arbeiten. Gibt es da nicht auch Ressentiments der Mitarbeiter gegenüber einer Führungskraft als Coach?

Die gibt es ganz gewiss. Und das ist auch verständlich, denn die Führungskraft als Coach nimmt dann andere Perspektiven und Rollen ein. Die zu kommunizieren und darüber hinaus das Vertrauen der Mitarbeiter zu haben, ist einer der großen Herausforderungen dieser Arbeit.

Welche Rollenkonflikte konnten Sie als Coach erleben?

Gelegentlich beobachte ich die Sorge, der Coach mische sich in die persönlichen Belange eines Mitarbeiters ein, wie Lebensplanung, berufliche Perspektive oder private Ziele. Der nächste Rollenkonflikt kann darin bestehen, dass zwischen den Mitarbeitern und dem Coach so etwas wie ein „Forum internum“ besteht. Mitarbeiter befürchten, dass Inhalte dieser Gespräche dokumentiert werden. Aus einer anderen Perspektive sehe ich die Gefahr, dass sich der Coach stark von den Fragen und Problemen der Mitarbeiter fesseln lässt und dabei die Interessen der Unternehmensseite vernachlässigen könnte (doppelte Loyalität).

Was aus Ihrer Ausbildung konnten Sie sofort in Ihren Arbeitsalltag integrieren? Nennen Sie doch bitte drei Punkte.

Systemisches Denken, Konfliktregelung und zahlreiche Anregungen zur eigenen Weiterentwicklung.

Welche zusätzlichen günstigen Effekte konnten Sie nach der Teilnahme bei Ihnen feststellen?

Gelassenheit, Überblick und das schnelle Erkennen von typischen Reaktionsmustern.

Was hat Ihnen an dem Ausbildungsprogramm besonders gut gefallen?

Besonders gut gefallen hat mir der kurze theoretische Input, der dann intensiv praktisch handhabbar eingeübt und reflektiert wurde. Dann noch die Reflexion und Diskussion mit anderen Führungskräften in ähnlichen Kontexten und die allgemeine professionelle Umsetzung. 

Was wäre Ihrer Meinung nach überdenkenswert?

Für mich hat das ganze Ausbildungsprogramm hervorragend gepasst.

Würden Sie diese Investition anderen empfehlen?  Wenn ja, warum?

In jedem Fall. Wegen der intensiven Erfahrung, der guten Begleitung und der direkt umsetzbaren Inhalte.

Schlussendlich weil die Ausbildung mit jedem Schritt den eigenen Horizont erweitert und zu anderen Denk- und Erfahrungsmodellen ermutigt. 

 

Das Interview mit Michael Truffner führte Konstantin Warth

 

 

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