Hallo Herr Funk, sagen Sie doch ein paar Takte zu sich.
Mein Name ist Kai-Uwe Funk, 48 Jahre. Ich bin Geschäftsführer der Hydroflora Gmbh, sowie Geschäftsführer der Green Office Deutschland GmbH & Co. KG. Ich habe einen kaufmännischen Background mit einer gärtnerischen Ausbildung. Die Hydroflora existiert seit 1968 und wurde von meinem Vater gegründet. Seit 15 Jahren habe ich die Gesamtverantwortung, also mit Anfang 30.
Als Geschäftsführer bei Hydroflora müssen Sie sich jeden Tag anderen Herausforderungen stellen. Welche sind das?
Die Hydroflora macht innenarchitektonische Ausstattung von Büroräumen mit Pflanzen, Wasserobjekten, Skulpturen und Kunst (CI-Konzepte, Farb-Konzepte und hochwertiges Design anspruchsvoller Objekte. Zu meinen Aufgaben gehören zum Beispiel das Führen von zahlreichen Kundengesprächen, die der Pflege und Akquise dienen. Zusätzlich planerische Tätigkeiten und organisatorische Aufgaben . Am Ende des Tages ist halt bei mir die Front, wo alles ankommt. Deshalb ist Mitarbeiterführung auch ein wesentlicher Bestandteil. Ich pflege zudem zahlreiche Kommunikations-Schnittstellen mit 12 Gesellschaftern und insgesamt 36 selbständigen Partnern im Netzwerk von Green Office. Zusammengefasst heißt das, dass ich neben der Geschäftsabwicklung eben auch Anlaufstelle für sämtliche zwischenmenschliche Belange bin.
Das bedeutet ja auch, Herr Funk, dass in ihrer Funktion als Geschäftsführer sicherlich die Themen Führung bzw. Coaching als Führungsinstrument immer wichtiger geworden sind – bei dieser Masse an Aufgaben, oder?
Stimmt. Es wird immer wichtiger, dass Mitarbeiter mit Veränderungen proaktiv umgehen. Dazu kommt: Die Kommunikation mit 36 selbständigen Partnern, dass es Situationen gibt, die ähnlich sind wie mit den Mitarbeitern. Kurzum es geht um zwischenmenschliche Bedürfnisse und Belange, mit denen ich täglich zu tun habe. Die Herausforderung ist immer: Die unterschiedlichsten Menschen zu motivieren und ihr Verhalten zu verstehen. Sie dort abzuholen, wo sie stehen. Gemäß dem Motto: Der liebe Gott hat einen großen Zoo!
Um sich mit dem Thema Coaching zu beschäftigen, gibt es viele Möglichkeiten, die der Seminarmarkt bereithält. Es gibt kürzere, günstigere und weniger anspruchsvolle Ausbildungen. Wieso gerade eine so zeitlich intensive und anspruchsvolle Ausbildung?
Das menschliche Verhalten ist sehr komplex und unterschiedlich, so dass es einer zu intensiven Auseinandersetzung mit Verhaltensweisen kommen sollte, sowie einer Bewusstheit darüber, mit welchen Persönlichkeiten man es zu tun hat. Hierfür waren für mich die Modelle der Transaktionsanalyse sehr hilfreich. Als Nebeneffekt lernte ich auch meine eigenen Handlungsmotive kennen und konnte sie wesentlich erweitern. Der Effekt war, dass ich im Verlauf der Ausbildung souveräner und gelassener mit zwischenmenschlichen Situationen umgehen konnte. Das lernt man nicht an einem Wochenende, sondern nur in einer kontinuierlichen Begleitung und Spiegelung. Da ich den Newsletter der KONSTANZER SEMINARE seit Jahren verfolgt und gelesen habe, habe ich mich dann irgendwann entschlossen: Jetzt oder Nie!
Inwiefern kann eine Führungskraft als Coach agieren. Gibt es da nicht auch Ressentiments der Mitarbeiter gegenüber einem Coaching durch den Chef?
Die gibt es erstmal ganz gewiss. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich nur sagen, dass man dann auch nicht mit einem „großen“ Problem loslegt, sondern mit kleineren „Schritten“ anfängt, um das Vertrauen gegenüber dem Mitarbeiter aufzubauen. Die Kunst liegt darin, zwischen Führung und Coaching zu unterscheiden. hierfür war die Reflektion von meinen „Coaching-“Fällen im Seminar ausgesprochen hilfreich. Es ist also wesentlich das Coaching nicht als „letzten Strohhalm für den Mitarbeiter“ anzubieten. Wichtig ist auch: Kein Coaching ohne „psychologischen“ Auftrag! In meinen Coachings habe ich diesen Auftrag immer bekommen, v.a. weil ich das Vertrauen meiner Mitarbeiter nicht vorausgesetzt habe, sondern erarbeitet.
Welche Rollenkonflikte konnten Sie als Coach erleben?
Häufig ist eine Reaktion der Mitarbeiter im Coaching zu beobachten, die darin liegt, mir wieder die ganze Verantwortung zurückzugeben, selbst für die eigene Entwicklung. Stichwort: Rückdelegation. Sie sehen mich in diesem Fall als Führungskraft und nicht in der Rolle als Coach! In diesen Fällen durfte ich erleben, dass einfache Fragetechniken sowie aktives Zuhören die Schlüssel sind, um den Mitarbeiter neu zu orientieren. Ich habe gelernt, Nebenschauplätze schneller zu erkennen und durch die „Blumenstrategie“ wieder einzufangen. Ich achte noch mehr darauf: Wer hat die Verantwortung für Entwicklung und wer hat „den Affen auf der Schulter“.
Was aus Ihrer Ausbildung konnten Sie sofort in Ihren Arbeitsalltag integrieren? Nennen Sie doch bitte drei Punkte.
Egogramm (Ich-Zustände) Antreiberverhalten waren die nachhaltigsten Modelle der Transaktionsanalyse, Einfache und entspannte Fragetechniken (z.B. marsisches Fragen). Sehr nachhaltig waren zahlreiche Anregungen zur eigenen Weiterentwicklung.
Welche zusätzlichen günstigen Effekte konnten Sie nach der Teilnahme bei Ihnen feststellen?
Ich reagiere in zwischenmenschlichen Stress-Situationen gelassener und ruhiger. Mein Handeln und mein tägliches „Doing“ hat sich durch die Bewusstheit über meine inneren Antreiber optimiert. Ein schnelleres und exakteres Erkennen von Reaktionsmustern sowie ein Verhindern von „Schubladendenken“ ist ein natürlicher und hilfreicher Begleiter geworden.
Was hat Ihnen an dem Ausbildungsprogramm besonders gut gefallen?
Besonders gut gefallen hat mir erstens die angenehme und vertrauensvolle Gruppe, in der wir viele Fälle intensiv durchsprechen und ich immer hilfreiche neue Ansätze entwickeln konnte. Zweitens der kurze theoretische Input, der dann intensiv praktisch handhabbar eingeübt und reflektiert wurde. Besonders überraschend und deshalb positiv, waren auch drittens die Möglichkeiten der intensiven und kompetenzorientierten Selbstreflexion.
Was wäre Ihrer Meinung nach überdenkenswert?
Für mich hat das ganze Ausbildungsprogramm hervorragend gepasst. Ich war rundum zufrieden.
Würden Sie diese Investition anderen empfehlen? Wenn ja, warum?
In jedem Fall, sonst wäre ich nicht jetzt schon dabei es an Freunde, Kollegen, Mitarbeiter und Geschäftspartner weiter zu empfehlen.
Ich danke Ihnen Herr Funk für die Teilnahme an unserem Interview!
Das Interview mit Herrn Funk führte Konstantin Warth
